Kurinuki – Die Kunst des Aushöhlens in der Keramik
1. Was ist Kurinuki?
Kurinuki ist eine traditionelle japanische Keramiktechnik, bei der ein fester Tonblock durch Aushöhlen und Schnitzen in die gewünschte Form gebracht wird. Diese Methode ermöglicht es, besonders organische und individuelle Formen zu schaffen. Sie verleiht den Stücken eine rohe, handgearbeitete Ästhetik und erlaubt ein spontanes, intuitives Arbeiten ohne starre Vorgaben oder eine Töpferscheibe.
2. Der Ursprung von Kurinuki
Das Wort „Kurinuki“ bedeutet wörtlich „aushöhlen“ oder „herausarbeiten“. Die Technik hat ihren Ursprung in der japanischen Keramiktradition und wurde insbesondere für Teeschalen (Chawan) verwendet. Im Zen-Buddhismus spielt die Ästhetik des Unperfekten eine große Rolle – genau das macht Kurinuki so besonders.
3. Warum Kurinuki?
- Einzigartige Ästhetik: Durch das Schnitzen und Aushöhlen entstehen spannende Texturen und Formen, die mit herkömmlichen Techniken kaum erreichbar sind.
- Kein Drehen notwendig: Ideal für alle, die keine Erfahrung mit der Töpferscheibe haben, aber trotzdem plastisch arbeiten möchten.
- Spontanität: Die Formen sind nur bedingt wiederholbar und erfordern ein hohes Maß an Intuition.
- Meditativer Prozess: Das schrittweise Freilegen der Form wirkt entschleunigend und fokussiert.
4. Der Prozess – So entsteht ein Kurinuki-Stück
- Auswahl des Tons: Meist wird ein mittelfester Tonblock verwendet. Stark schamottierte Massen eignen sich besonders für grobe, rustikale Strukturen.
- Grundform herausarbeiten: Die äußere Form wird grob durch Schnitzen, Schneiden oder Reißen definiert.
- Aushöhlen: Mit Schlingenwerkzeugen wird der Innenraum vorsichtig herausgearbeitet.
- Verfeinern: Die Oberfläche wird final strukturiert, wobei Werkzeugspuren oft als Gestaltungselement erhalten bleiben.
- Trocknen & Brennen: Nach einer langsamen Trocknungsphase folgt der Schrüh- und Glasurbrand.
5. Was kann man mit Kurinuki herstellen?
- Teeschalen (Chawan) – das klassische Anwendungsgebiet.
- Becher & Tassen – individuelle Unikate für den Alltag.
- Vasen – besonders wirkungsvoll durch architektonische Formen.
- Dosen mit Deckel – hier wird der Deckel oft direkt aus dem Block mitgeplant.
6. Fazit – Warum du Kurinuki ausprobieren solltest
Kurinuki ist eine wunderbare Möglichkeit, mit Ton zu arbeiten, ohne auf Präzision oder Perfektion zu achten. Die Technik ist für Anfänger ebenso geeignet wie für erfahrene Keramiker. Jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte – geformt durch die Hände des Künstlers und den natürlichen Charakter des Tons.
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Dieser Inhalt basiert auf der langjährigen Erfahrung und den systematischen Versuchsreihen im Tonraum.studio. Als Experten für Keramikherstellung und Brenntechnik in Hallein verknüpfen wir internationales Fachwissen mit täglicher Praxis an der Drehscheibe und im Glasurlabor, um fundiertes Handwerk im Salzburger Land zu vermitteln.